Wenn der Schlaf nicht kommen will: Schlafprobleme bei autistischen Kindern verstehen
Aktualisiert: 9. Sept.

Manche Kinder brauchen abends lange, bis sie einschlafen. Andere wachen häufig auf, schlafen zu ungewöhnlichen Zeiten oder kommen morgens kaum aus dem Bett.
Bei autistischen Kindern sind Schlafprobleme häufig. Dabei können ganz unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen und nicht jede Schlafschwierigkeit hat dieselbe Ursache.
Woran erkennst du, dass Schlaf zum Problem wird
Wenn dein Kind regelmässig sehr lange zum Einschlafen braucht, häufig aufwacht oder über längere Zeit deutlich zu wenig schläft, lohnt es sich genauer hinzuschauen.
Auch tagsüber können sich Schlafprobleme zeigen: Dein Kind ist erschöpft, gereizter als sonst, kann sich schlechter konzentrieren oder braucht ungewöhnlich viel Erholung.
Wichtig: Schwierigkeiten am Morgen bedeuten nicht automatisch zu wenig oder schlechten Schlaf. Gerade autistische Kinder können Mühe mit Übergängen haben: Der Übergang von Schlafen zu Aufstehen (oder auch umgekehrt), kann einfach sehr schwer fallen.
Warum kann Schlaf bei Autismus schwieriger sein
Schlafprobleme können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Zum Beispiel:
ein verschobener Schlaf-Wach-Rhythmus
Schwierigkeiten, nach einem ereignisreichen Tag zur Ruhe zu kommen
Reizempfindlichkeit (Licht, Geräusche, Temperatur, Berührung)
intensive Gedanken oder Sorgen
Veränderungen und Schwierigkeiten mit Übergängen
körperliche Beschwerden oder andere gesundheitliche Faktoren
Medikamente, die den Schlaf beeinflussen können
veränderte Melatoninproduktion oder veränderter Melatonin-Rhythmus
Was kann helfen?
Es gibt nicht, die eine richtige Abendroutine für autistische Kinder.
Was als klassische Schlafhygiene empfohlen wird (feste Routinen, keine Bildschirme, immer zur gleichen Zeit ins Bett, ...) kann für manche hilfreich sein, für andere kann das zusätzlichen Druck erzeugen. Deshalb ist wichtiger zu schauen: Was hilft meinem Kind wirklich, um zur Ruhe zu kommen?
Manche Kinder brauchen möglichst wenig Reize und einen ruhigen Übergang zum Schlaf.
Andere können besser abschalten, wenn sie noch lesen, Musik hören, spielen oder sich mit ihrem Spezialinteresse beschäftigen.
Wenn Schlaf schwierig wird, geht es nicht darum, möglichst viele Regeln einzuhalten. Wichtiger ist, hinzuschauen, was wirklich dahinter steckt und was deinem Kind den Weg in die Ruhe erleichtern kann.
Wenn du dabei Unterstützung möchtest, schauen wir gemeinsam hin, was zu deinem Kind und eurer Situation passt.




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